Sehr geehrte Dame,
sehr geehrter Herr!
Das Hayek Institut hat sich in den letzten Wochen wieder ganz klar als Großhändler von Ideen positioniert.
Ende Juni fand eine Professional Conference in der Wipplingerstraße statt, die sich mit der Zukunft der europäischen Glücksspielindustrie von sozio- und wirtschaftspolitischer Seite her auseinandersetzte.
Erst vor einer Woche traf man sich im Südtiroler Landtag, um über die Zukunft der Bozner Universität zu diskutieren. Das Hayek Institut empfiehlt den Verantwortlichen einen klaren Schwerpunkt auf Entrepreneurship zu setzen.
Weiters finden Sie in diesem Newsletter eine Fortsetzung unserer Beschäftigung mit der aktuellen Klimawandel-Debatte und können in diesem Zusammenhang einen Artikel von Edgar Gärtner lesen.
Das Hayek Institut ist auch beim Europäischen Forum Alpbach wieder ganz besonders vertreten: es ist gelungen, den Nobelpreisträger Edmund Phelps für die Wirtschaftsgespräche zu gewinnen.
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen und Anregungen zu den Aktivitäten des Hayek Instituts und wünschen Ihnen noch einen erholsamen Sommer.
Mit den besten Grüßen
Barbara Kolm
Generalsekretärin
Christoph Kraus
Vizepräsident
Themen
:: Europas Glücksspielindustrie: Professional Conference im Hayek Institut
:: Marktwirtschaftliche Ausbildung für die Universität Bozen: Innovative Bildungsstrategien zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Südtirol
:: Edgar Gärtner: Glaube, Hoffnung, Klima
:: Buchtipp: Öko-Nihilismus: Eine Kritik der politischen Ökologie
:: Europäisches Forum Alpbach 2007
:: Workshop des Hayek Instituts: Changing Values - Relentless Technology Change
:: Nobelpreisträger Edmund Phelps in Alpbach
:: Hayek: Road to serfdom #3/18
:: European Resource Bank Meeting 2007
Termine und Veranstaltungen
29. - 31. August 2007: Alpbacher Wirtschaftsgespräche
Veranstaltet vom Europäischen Forum Alpbach zum Generalthema „Emergence - Entstehung von Neuem“, www.alpbach.org
Ort: Alpbach, Tirol
13. - 16. September 2007: European Resource Bank Meeting
Nach dem Vorbild des Internationalen Resource Bank Meeting wächst auch die Anzahl der europäischen Denkwerkstätten, die sich der freien Marktwirtschaft verpflichtet haben. www.rbeurope.org
Ort: Bukarest, Rumänien
20. - 23. September 2007: Acton Conference
Bereits zum dritten Mal findet die „Toward a Free and Virtuous Society“ des Acton Instituts in Kooperation mit dem Europainstitut statt.www.europainstitut.at/conference
Ort: Sonntagberg, NÖ
Europas Glücksspielindustrie: Professional Conference im Hayek Institut
Am Mittwoch, 27. Juni veranstaltete das Wiener Friedrich A.v. Hayek Institut eine Professional Conference zum Thema „Europas Glückspielindustrie - im Zwiespalt zwischen sozialer Verantwortung und wachsenden Gewinnen“. Experten aus den unterschiedlichen Disziplinen, die sich mit der Thematik auseinandersetzen, diskutierten kontroversiell über die sozio-politischen und die wirtschaftlichen Aspekte der Thematik und begrüßten die Strategie der europäischen Union die staatlichen Monopole am Glücksspielmarkt aufzubrechen, um so den Boden für eine faire, transparente und verantwortliche privatwirtschaftliche Lösung zu bereiten.
„Glücksspiel ist so alt wie die Menschheit selbst“, analysiert Dr. Barbara Kolm, Generalsekretärin des Hayek Instituts die Situation und gibt zu bedenken, dass Verbote und staatliche Monopolisierungen die schlechteste Strategie sind, um gesellschaftlichen Phänomenen wie dem Glücksspiel zu begegnen. Die Verantwortlichen sollten ihre anachronistische Vorgehensweise in Frage stellen, die aus einer längst vergangenen Zeit kommt. Damals glaubte man noch, der Staat kann alle Probleme lösen, wenn man ihm nur genügend Macht gibt. Einer der Referenten ging noch einen Schritt weiter und zeigte auf, dass der Staat nicht seine Bürger vor der Abhängigkeit vom Glücksspiel schützt, sondern selbst abhängig von den Einnahmen aus Steuern und den Staatsbetrieben ist. Es ist Zeit für eine Entziehungskur: Eine moderne und liberale Lösung ist gefragt, in der der Staat die Spielregeln festlegt und sich aus dem Spiel heraushält.
Sein Glück aufs Spiel zu setzen ist etwas zutiefst Menschliches. Es muss endlich von der anrüchigen Aura, die es durch die vielen Regelungen und Zwangsmaßnahen umgibt, befreit werden, um die wirklichen Herausforderungen im Bereich der Spielsüchtigen angehen zu können. Gerade die Industrie ist was dieses Thema betrifft Vorreiter. So unterstützen private Glücksspielanbieter Institute, damit die Forschung zur Glücksspielsucht vorangetrieben werden kann. Oberarzt Dr. Poppe vom Anton Proksch Institut führte aus, dass gerade bei Jugendlichen ein stark erhöhtes Suchtpotential besteht. Hier waren sich alle anwesenden Beteiligten, dass dem Jugendschutz absoluter Vorrang zu geben ist. Dies ist aber nur möglich, wenn nicht mehr in dunklen Hinterzimmern gezockt wird, sondern klare Regelungen herrschen, die auch kontrollierbar sind.
„Wer die Spielregeln macht, sollte selbst nicht mitspielen dürfen, damit ein faires Spiel möglich ist“ formuliert Dr. Kolm ihren Appell an die Politik und fügt hinzu, dass je einfacher die Spielregeln sind, desto mehr Mitspieler die Möglichkeit haben sich zu beteiligen. Der Staat hat die Aufgabe jene zu schützen, die sich selbst nicht schützen können und jenen freies Handeln zu ermöglichen, die verantwortlich sind für Wohlstand und Weiterentwicklung einer Gesellschaft: die Unternehmerinnen und Unternehmer eines Landes.
Konferenzbeiträge können unter
office@hayek-institut.at angeforder werden.
Marktwirtschaftliche Ausbildung für die Universität Bozen: Innovative Bildungsstrategien zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Südtirol
Südtirol steht vor großen Herausforderungen. Was brauchen die Unternehmen in den kommenden Jahren? Wie positioniert sich die Universität in Bozen? Welche Qualifikationen bei jungen Menschen sind in der Zukunft gefragt? Diese Fragen, die sich jede Region stellen muss, wenn sie im europäischen Wettbewerb bestehen will, verlangen geradezu nach Antworten - Antworten, die ehrlich sind, Antworten, die innovativ sind und Antworten, die vor allem neue Perspektiven für den Standort Südtirol bieten.
Ein Vorbild dafür könnte die „Universidad Francisco Marroquín“ in Guatemala sein, die bereits 1971 gegründet wurde. Diese hat es sich seit ihrer Gründung zur Aufgabe gemacht, junge Menschen in den ethischen, rechtlichen und ökonomischen Grundlagen auszubilden, die freie und verantwortlich handelnde Personen benötigen. Nach Guatemala sind auch an anderen Orten in der Welt ähnliche Kompetenzzentren entstanden, die Studenten nicht nur mit fachlichem Wirtschaftswissen ausstatten. Darüber hinaus soll ihre Leidenschaft für ein selbstverantwortliches Leben geweckt werden, die der Motor ist, Ideen und Visionen auch zu verwirklichen.
Diese unternehmerische Kompetenz muss sich nicht gleich in der Gründung eines eigenen Betriebes niederschlagen. Auch Mitarbeiter die selbst unternehmerisch denken, ihr Wissen ins Unternehmen einbringen und es damit bereichern, sind eine wichtige Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Durch eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung in Kombination mit möglichst frühen praktischen Erfahrungen in der Wirtschaft wird diese Kompetenz gefördert.
Es kann für eine Universität nicht befriedigend sein, dass in den vergangenen Jahren nur 300 Betriebe für Praktika kontaktiert wurden. Die Freie Universität Bozen beschäftigt sich vor allem mit der Vergangenheit. So wie überall sonst wird die klassische Einteilung in Mikro- und Makroökonomik gelehrt.Jetzt ist es an der Zeit, etwas daran zu ändern und die Marktlücke auszufüllen, die sich aufgetan hat.
Durch neue Strategien in der Positionierung und durch Einbindung der Wirtschaft in die Gestaltung des Curriculums der Studienrichtungen kann ein Zentrum für unternehmerisches Denken in Bozen entstehen, das sich bald eine internationalen Namen machen wird. Es bereichert den Standort mit top-ausgebildeten Akademikern und wird darüber hinaus helle Köpfe aus den umliegenden Regionen anziehen. Gerade im Kampf um die High-Potentials, der uns in den nächsten Jahren noch massiv bevorsteht, kann das der entscheidende Vorteil für die Region und ihre Unternehmen sein.
Das Hayek Institut wird auch in Zukunft gerne die Verantworlichen bei der Planung und Realisierung von innovativen Bildungsstrategien in Südtirol beraten und sich weiter in die die Diskussion über den Bildungsstandort Bozen einbringen.
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Christian Watrin, Professor an der Universität Köln und ehemaliger Vorsitzender des deutschen Weisenrates, sah die derzeitige europaweite Bildungsreform („Bologna-Prozess“) mit kritischen Augen. Man versuche, das kontinentaleuropäische Bildungssystem an das angelsächsische anzugleichen, das staatliche an das wettbewerbliche System. Die Übernahme angelsächsischer Methoden sei derzeit aber mehr Schein als Sein. Eine neue Rahmenbedingung sei die Internationalisierung der Bildung, auch durch das Internet.
Mit Blick auf Südtirol meinte Watrin, Kleinheit könne auch ein großer Vorteil sein, wie z.B. Luxemburg beweise. Kleine könnten sich schneller anpassen. Um dies zu nutzen, brauche Südtirol bildungspolitischen Freiraum vom Zentralstaat. Mit dem Bachelor-Master-System wurde in Europa das amerikanische Curriculum übernommen, aber wenig innovativ und sachgerecht. Die Vielfalt der Denkansätze werde reduziert zugunsten eines leichteren Universitätswechsels für Studierende. Eine kleine Universität wäre imstande und müsste die Ausbildung von selbständig denkenden und tätigen Menschen fördern. Die sokratische Einstellung („Ich weiß, dass ich nichts weiß“) sei grundlegend für eine nüchterne Sicht der Probleme des Alltags, die Erkenntnis, dass sich das Wissen und die Aufgaben ständig ändern. Der europäische Wohlstand hänge vor allem davon ab, dass man Menschen erziehe, die selbständig und unternehmerisch denken.
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Edgar Gärtner: Glaube, Hoffnung, Klima
Katholisch geprägt, aber nicht mehr zum Glauben seiner Kindheit und Jugend zurückfindend, habe er Papst Benedikt XVI. von Anfang an als wichtigen Verbündeten im Kampf gegen irrationale Auswüchse der Säkularisierung, gegen relativistisches Kapitulantentum gegenüber dem Nihilismus und gegen die geistige Leere des „Europäischen Sozialmodells“ betrachtet, meint der Direktor des CNE-Umweltforums Edgar Gärtner in seinem Beitrag über die Haltung des Vatikans zur Klimafrage.
„Etliches von dem, was Benedikt im Jahre 1968 als Tübinger Theologieprofessor Joseph Ratzinger in seiner Einführung in das Christentum“ schrieb, finde ich noch heute sehr bedenkenswert und bedauere eigentlich nur, das nicht schon 1968 gelesen zu haben.
Denn damals ließ ich mich, engagiert in der Protestbewegung gegen den Vietnam-Krieg, von Ideen mitreißen, die mir heute als höchst verwerflich erscheinen“, schreibt Gärtner.
Ratzinger wandte sich 1968 gegen eine Politische Theologie, die eine selbsternannte „Elite“ dazu verleiten könnte, im Namen des Primats des Machbaren gegenüber dem Gemachten sich zum Gott zu erheben. Die Menschen könnten ihre Lebensressourcen „Liebe“ und „Sinn“ nicht selber machen, sondern nur empfangen, mahnte Ratzinger demgegenüber. In seinem neuen Buch „Jesus von Nazareth“ (2007) wiederholt Ratzinger diese Warnung, Gott zu spielen, in noch eindringlicheren Worten. Nach meinem Verständnis implizieren sie eine Ablehnung einer globalen „Klimapolitik“ nach dem Muster des Kyoto-Protokolls. Denn diese Politik läuft auf den größenwahnsinnigen Versuch hinaus, mithilfe einer künstlichen Verteuerung der Energie eine im Detail chaotische und daher nicht vorhersehbare zyklische Entwicklung in den Griff zu bekommen.
Deshalb war ich nicht wenig erstaunt, als ich Ende April in einer Pressemitteilung zu einer vom Vatikan organisierten nicht öffentlichen wissenschaftlichen Konferenz über Klimawandel und Entwicklung las, Kardinal Renato Raffaele Martino, Benedikts Chefberater für Fragen der Gerechtigkeit und des Weltfriedens, habe dem Papst nahe gelegt, US-Präsident George Bush ins Gewissen zu reden und ihm klarzumachen, dass der vorsätzliche Missbrauch der Umwelt Sünde sei. „Die Umwelt nicht korrekt zu nutzen, ist ein Vergehen gegen uns selbst, aber auch gegen all die andern, die sie nutzen“, erklärte Kardinal Martino am Rande der Konferenz gegenüber Pressevertretern. Diese Aussage ist zumindest zweideutig. Sollte sie unterstellen, wir Menschen könnten auch ferne Folgen unserer Eingriffe in die außermenschliche Natur absehen, dann befände sie sich im Widerspruch zur kirchlichen Lehre über die Wunder wirkende Fähigkeit des menschlichen Handelns unter der Bedingung der Ungewissheit und die Macht des Verzeihens, das von Jesus Christus „entdeckt“ wurde.
Die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt hat in ihrem großartigen Buch „Vita Activa“ (Originaltitel: „The Human Condition“, Chicago 1958) dargelegt, warum die Menschen gar nicht anders können, als mit ihren Handlungen unwiderrufliche und unabsehbare Folgen auszulösen: „Das Heilmittel gegen Unwiderruflichkeit – dagegen, dass man Getanes nicht rückgängig machen kann, obwohl man nicht wusste, und nicht wissen konnte, was man tat – liegt in der menschlichen Fähigkeit, zu verzeihen. Und das Heilmittel gegen Unabsehbarkeit – und damit gegen die chaotische Ungewissheit alles Zukünftigen – liegt in dem Vermögen, Versprechen zu geben und zu halten.“ Wobei Arendt betont, dass die Einlösung der Versprechen nicht an bestimmte Bedingungen gebunden ist. Versprechen beziehungsweiseVerträge schaffen gerade dadurch Verlässlichkeit und Vertrauen, in Arendts Worten: „Inseln der Sicherheit in einem Meer der Ungewissheit“, weil sie die Verpflichtung enthalten, sie – soweit überhaupt möglich – gegen alle Widrigkeiten des Lebens einzulösen. Bei Sonnenschein abgeschlossene Verträge gelten auch bei Regenwetter.
Interessant ist nun, dass Arendt ausdrücklich darauf hinweist, woher sie diese Idee hat: „Was das Verzeihen innerhalb des Bereiches menschlicher Angelegenheiten vermag, hat wohl Jesus von Nazareth zuerst gesehen und entdeckt.“ Dabei nimmt sie (wie auch die Bibel) allerdings eindeutig als böse Erkennbares ausdrücklich von der Pflicht des Vergebens aus. Und sie warnt davor, in Versprechen mehr als „Wegweiser in ein noch unbekanntes und unbegangenes Gebiet“ zu sehen. „Sobald Versprechen aufhören, solchen Inseln in einem Meer der Ungewissheit zu gleichen, sobald sie dazu missbraucht werden, den Boden der Zukunft abzustecken und einen Weg zu ebnen, der nach allen Seiten gesichert ist, verlieren sie ihre bindende Kraft und heben sich selbst auf“, betont Hannah Arendt.
Diese Warnung würde die 1975 gestorbene Philosophin heute sicher auch auf die planwirtschaftliche Quotierung von Treibhausgas-Emissionsrechten nach Kyoto-Muster und das damit angesteuerte Ziel, den Anstieg der Durchschnittstemperatur der Erde auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, beziehen. Und es scheint nahe liegend, dass sich auch Papst Benedikt in einer noch ausstehenden Umwelt-Enzyklika, den Argumenten seines Jesus-Buches folgend, gegen bindende Obergrenzen für den Ausstoß eines Gases (CO2) aussprechen müsste, das nur im Verdacht steht, die Erderwärmung zu begünstigen, gleichzeitig aber eindeutig eine unabdingbare Voraussetzung allen pflanzlichen Lebens darstellt. Was der Papst selbst über den menschlichen Umgang mit dem Klimawandel denkt, ist bislang aber nicht klar geworden. In seinem Grußwort an die Klima-Konferenz des Vatikan ist lediglich allgemein von „Schöpfung bewahren“ die Rede.
Denn anders als im Weltklimarat IPCC zeigte es sich im Vatikan, dass es keinen Konsens über die Ursachen des Klimawandels gibt. Neben Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut, der das IPCCDogma von der menschlichen Schuld am Klimawandel verteidigte, kamen bekannte „Skeptiker“ wie Lord Monckton aus Großbritannien, der im Vatikan durchaus einflussreiche italienische Professor Antonio Zichini sowie die US-amerikanischen Naturwissenschaftler Craig Idso und Fred Singer ausführlich zu Wort. Sie legten dar, dass die Armut das dringendste Menschheitsproblem darstellt und dass die Erderwärmung günstigere Bedingungen für deren Überwindung schafft als eine Abkühlung. Stoff zum Nachdenken gab auch die Umwelt-Juristin Lucia Silecchia, die an der Katholischen Universität in Washington lehrt. Sie wies auf die religiöse Radikalisierung jenes Teils der Umweltbewegung hin, der die Menschen von vornherein als üble Schädlinge, als Zerstörer der Schönheit unseres Planeten betrachtet. Der australische Bischof Christopher Toohey beklagte die Abwesenheit christlicher Werte wie Hoffnung und Liebe in der Klimadebatte. Er wollte allerdings nicht so weit gehen wie sein Landsmann Kardinal George Spell, der vor einem Jahr schrieb, heidnische Leere und die Angst vor Naturgewalten hätten zu einer abwegigen Einschätzung der globalen Erwärmung geführt. „In der Vergangenheit opferten die Heiden Tiere und mitunter auch Menschen, um grausame Götter zu besänftigen. Heute verlangen sie eine Reduktion des CO2-Ausstoßes“, meinte Kardinal Spell. Papst-Berater Kardinal Martino zeigte sich am Ende, nach Auskunft von Konferenz-Teilnehmern, eher gelassen. Man darf gespannt sein, wie die deutsche Katholische Bischofskonferenz, die durch den Freiburger Bischof Bernd Uhl auf der Klimakonferenz des Vatikan vertreten war, diese Diskussionen verarbeiten wird. Denn sie hat sich im vergangenen Jahr in einer eigenartigen „Klima-Allianz“ mit Gottlosen zusammengetan.
Buchtipp: Öko-Nihilismus: Eine Kritik der politischen Ökologie
Der Autor
Edgar Ludwig Gärtner, geboren am 29. Juli 1949 in Magdlos (heute Flieden) Kreis Fulda. Elektrolehre, Erziehung in einem katholischen Internat. Dessen damaliger Direktor Monsignore Pius B., vertrat die von der Amtskirche nicht anerkannte Evolutionslehre („Orthogenese“) des Jesuiten Teilhard de Chardin. Studium der Hydrobiologie und der Politikwissenschaften an den Universitäten Frankfurt am Main und Aix-Marseille/Frankreich. In den 80er Jahren ständiger Mitarbeiter des Wissenschaftsmagazins „Science & Vie“ (Paris). Lehr- und Forschungsaufträge an der Universität Münster/Westfalen und an der Gesamthochschule Kassel. Ab 1989 Mitbegründer und verantwortlicher Redakteur eines ökologischen Wirtschafts-informationsdienstes in Frankfurt am Main. Seit 1993 selbständiger Redakteur und Berater. Als solcher bis 1996 Chefredakteur eines Naturmagazins. Seither in Deutschland und in Südfrankreich als Autor, Ghostwriter und Strategieberater tätig.
Das Werk
Warum versteifen sich UN-Gremien im Raumfahrt-Zeitalter darauf, die Welt als geschlossenes System („Treibhaus“) darzustellen? Wer hat ein Interesse an der missionarischen Verbreitung eines solchen Weltbildes, das dem gesunden Menschenverstand flagrant widerspricht? Während sowohl die „Klimapolitik“ als auch die ihr zugrunde liegenden Computermodelle sich in einer virtuellen Welt bewegen, ist die damit begründete Abzocke der Arbeitenden über die künstliche Verteuerung von Energieträgern und Lebensmitteln durch die Öko-Industrie und ihre politischen Handlanger durchaus real. Edgar L. Gärtner gibt einen schockierenden Einblick in die Denkweise dieser Öko-Nihilisten.
Gärtner, Edgar: Öko-Nihilismus. Eine Kritik der Politischen Ökologie. Jena: TvR Medienverlag 2007. (ISBN-10: 3000205985, 24,50 Euro)
Europäisches Forum Alpbach 2007
Unter dem Generalthema „Emergence - Die Entstehung von Neuem“ findet das 63. Europäische Forum Alpbach von 16. August bis 1. September 2007 statt. Dabei werden wird sich, wie der Titel ausdrücken soll, nicht nur mit Innovationen beschäftigt, sondern auch mit Entwicklungen, die ohne das bewusste Zutun von Menschen spontan entstehen. Das Thema fügt sich gut in den Anspruch des Europäischen Forums Alpbach, Grenzen zwischen Fachbereichen und Weltanschauungen überwinden zu helfen.
Wirtschaftsgespräche
Arbeit und Erwerbsbeschäftigung in Europa sind die Schwerpunktthemen, mit denen sich die heurigen Wirtschaftsgespräche beschäftigen. Zur Diskussion stehen Fragestellungen wie: Was heißt Vollbeschäftigung? Was sind Ursachen für die Arbeitslosigkeit in Europa? Was sind die „Wachstums-Arbeitsmärkte?“ Wo gibt es Arbeitskräftemangel und wo Arbeitslosigkeit? Ist eine Rückkehr zur Vollbeschäftigung möglich und zu welchem Lohnniveau? Wie sähe Vollbeschäftigung zukünftig aus?
Die Wirtschaftsgespräche haben zum Ziel, die Zukunft von „Arbeitsmarktkulturen“ zu skizzieren und die beiden Pole „Flexibilität“ und „Arbeitsplatzsicherheit“ einander anzunähern.
Workshop des Hayek Instituts: Changing Values - Relentless Technology Change
>> 30. August 2007, 15.00 - 18.00 Uhr: Hauptschule Alpbach <<
Global competition and rapid technological advances will profoundly continue to change the nature and content of work in the workplace in the coming decade. These shifts are creating new paradigms, which differ significantly from the core values that have been crucial to the success and survival of the business enterprise for decades. The new economic age is challenging in many ways the traditional values such as pension and other social systems, but it is also providing us with new opportunities. The capacity to anticipate these opportunities and manage them in a timely and acceptable way is one of the key success factors for competitiveness and wealth creation of companies and economies as a whole. The new economy will require new paradigms in how we educate, train, and develop the workforce. In this brave new world, it will increasingly become important to re-consider outsourcing business strategy to poor countries and to achieve a balance between work and private life. More importantly, there will be a need for a workforce that will accept the relentless change and challenge with passion and enthusiasm and will turn them into opportunity for success.
Speaker
TEN NIJENHUIS Kees
Senior Vice President
Europe Enterprise Solutions, Wipro, Bangalore
JUNGEN Peter
Chairman
Peter Jungen Holding GmbH, Köln (Marienburg); President, European Enterprise Institute, Brussels
KERN Helmut
Geschäftsführender Gesellschafter
Beyond Consulting GmbH, Wien
PHELPS Edmund
Nobel Prize Winner 2006;
Professor, Department of Economics, Columbia University, New York
RAHN Richard
Director General, Center for Global Economic Growth of the Freedom Works Foundation, Washington DC; Member of the Board of Directors, Cayman Islands Monetary Authority
KOLM Barbara
Secretary General
Friedrich August v. Hayek Institut, Vienna
(Moderation)
Nobelpreisträger Edmund Phelps in Alpbach
Dem Hayek Institut ist es in diesem Jahr gelungen eine ganz besondere Koryphäe der Nationalökonomie ins Dorf der Denker zum Europäischen Forum Alpbach zu bringen. Generalsekretärin Dr. Barbara Kolm (auf dem Bild rechts mit Prof. Phelps und Dr. Jungen im Februar in Brüssel zu sehen) hat es geschafft den Nobelpreisträger für Wirtschafts-
wissenschaften von 2006, Prof. Edmund S. Phelps, für eine Keynote-Adress beim Eröffnungspanel der Wirtschaftsgespräche und den vom Hayek Institut veranstalteten Workshop während des Europäischen Forums Alpbach 2007 zu gewinnen. Details zu der Veranstaltung finden Sie auf Seite 6.
Phelps hatte an der Prestigeuniversität Yale 1959 seinen Doktortitel erhalten und lehrte an mehreren amerikanischen Universitäten, ehe er 1971 zur Columbia University in New York berufen wurde. Seine berufliche Karriere hatte er 1959 beim „Think Tank“ Rand Corporation begonnen. Phelps hat über Jahrzehnte zahlreiche Bücher geschrieben und hunderte wirtschaftswissenschaftlicher Abhandlungen. Er bekam im Laufe der Zeit zahlreiche Ehrendoktortitel, darunter einen von der Universität Mannheim.
2006 hat er im Alter von 73 Jahren den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten.
Hayek: Road to serfdom #3/18
„Soziale Gerechtigkeit“ ist wohl einer jener Begriffe gegen dessen falsche Verwendung und falsche Definition sich Friedrich A. v. Hayek Zeit seines Lebens gewendet hat.
Im dritten Teil unserer Serie der Cartoons zu Hayeks Hauptwerk „Road to serfdom“ begegnet uns ein Warnhinweis, der bittere Realität geworden ist. Auf der einen Seite werden unsere Kinder und Kindeskinder noch die Schulden abarbeiten, die das Missmanagement und die Interventionen in den Staatsbetrieben Österreichs im Budget hinterlassen haben. Andererseits sind Umverteilungs- und Unterstützungszahlungen für unsere armen Bauern noch immer der Großteil des Haushalts der Europäischen Union. Ein Blick nach Neuseeland könnte erfolgreiche Alternativen aufzeigen.
Zwei Eigenschaften, die dafür auf jeden Fall von Nöten sind, die man auch bei einem echten Freiheits-Advokaten voraussetzen muss: Mut und Demut: Den Mut harte, aber richtige Entscheidungen zu treffen und die Demut gegenüber den Früchten dieser Entscheidungen, die die Menschen eines Landes hervorbringen - was uns droht, wenn es in Zukunft noch weniger Politiker mit Mut und Demut gibt, steht in „Road to serfdom“.
Die deutsche Übersetzung dieser Version ist auch beim Hayek Institut erhältlich unter www.hayek-institut.at oder
order@hayek-institut.at.
European Resource Bank Meeting 2007
Das European Resource Bank Meeting findet dieses Jahr zum 4. Mal statt. Nach dem Vorbild des Resource Bank Meetings, das jährlich in den Vereinigten Staaten von der Heritage Foundation organisiert wird, treffen sich von 13. - 16. September die meisten europäischen Free-Market Initiativen in Bukarest. Das Institut CANDI (Center for Institutional Analysis and Development) organisiert die Veranstaltung, an der über 100 europäische und amerikanische Denkfabriken teilnehmen werden.
Im letzten Jahr wurde dem Hayek Institut die große Ehre zu teil, das European Resource Bank Meeting auszutragen. Dabei konnte das Institut seine organisatorische Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Gesellschaftlicher Gipfel des Programms im Juli vor einem Jahr war sicher der Ball in Kurhaus, den Benjamin Netanjahu mit seiner Dinner-speech krönte.
Auch in diesem Jahr ist wieder eine rege Beteiligung von den verschiedenen Instituten und Initativen zu erwarten. Es wird über die aktuelle Lage in Europa und mögliche Zukunftsperspektiven diskutiert. Darüber hinaus soll aber auch ein Know-how-Transfer zwischen den Instituten statt finden, um die gemeinsamen Ziele einer freien und prosperierenden Gesellschaft mit vereinten Kräften erreichen zu können. Das Detailprogramm finden Sie nebenbei.
>> Mehr Informationen auf www.rbeurope.org <<
Program
September, 13th
ERBM Registration,
Welcome & Introductory remarks
September, 14th
9:00 – 9:30 Welcome Address by the Host, Horia Terpe, CADI Executive Director
9:30 – 11:00 Session I
Constitutions for Liberty
11:30 - 13:00 Session II
The European Constitution and the Need to Safeguard Against Overregulation
13:00 – 14:00 Lunch (Hors d’oeuvres)
Lunch Speaker: John Fund, Wall Street Journal
14:00 – 15:30 Session III
Taxation in Europe
16:00 - 17:30 Session IV
Europe in a Changing Global Environment: Links Between Economic Policy and Individual Security
17:30 - 19:00 Session V
The Future of the Social Model
19:00-21:00 Stockholm Network 10 Years Anniversary Reception
Keynote Speaker: Jose Piñera, Chile, pension reformer and Cato Fellow
September, 15th
9:00 – 10:30 Session I
The Think-Tank Business
11:00 – 12:45 Session II
14:00 – 16:00 Session III
CONCURRENT WORKSHOPS:
TOOLS FOR SUCCESS I + II
17:30 p.m. – 19:30 Session IV
Presentation of Workshops & closing remarks
21:00 Closing Cocktail
Evening Speakers: Andrei Illarionov, Cato, former Chief Economic Adviser to the Russian Presidency